erklärBär: Höhenwetterkarte
500 hPa
Diese
Karte sollte eigentlich immer die erste sein, die der Meteorologe
betrachtet. Sie
gibt die Zirkulation der Atmosphäre in einer Höhe von rund 5500 Metern
wieder. Hier ist z.B. die Polarfront am besten zu erkennen, die den
Zugweg der in unseren mittleren Breiten wetterbestimmenden
Tiefdruckgebiete festlegt. Mal hat sie zonaleren Charakter (West-Ost),
mal mäandriert sie stärker, was zu nördlichen oder südlichen Zugbahnen
der Tiefs führt. Als "first guess" lässt sich die Polarfront gut an der
552-Linie ausmachen.
Was bedeutet 552? Auf der Höhenwetterkarte
ist nicht der Luftdruck eingetragen, sondern die zu einem bestimmten
Luftdruck (500 hPa) passende Höhe in (geopotentiellen) Dekametern. 552
heißt also nichts anderes als dass man den Luftdruck von 500 hPa auf
einer Höhe von 5520 Metern findet. Die Karte stellt also eine
Topographie dar, auf der die Hochs Berge und die Tiefs Täler sind. Die
Strömung verläuft als sogenannter geostrophischer Wind nahezu parallel
zu den Isohypsen (Linien gleicher Höhe), weil Druckgradientkraft und
Corioliskraft im unbeschleunigten Zustand den gleichen Betrag haben.
Und zwar so, dass auf der Nordhalbkugel der tiefe Luftdruck immer links
zur Bewegungsrichtung liegen muss (siehe Bild oben:
"Strömungsrichtung"). Biegt die Isolinie (Isohypse) also nach links ab,
so ist die Strömung zyklonal (tiefdruckbeeinflusst), biegt sich nach
rechts ab, so ist die Strömung antizyklonal und damit
hochdruckbeeinflusst.
Außerdem sind auf dieser Karte auch die
Temperaturen in der Höhe zu sehen. Für die Stabilität oder Labilität
(Schauer und Gewitter) in der Atmosphäre ist die Temperaturdifferenz
zwischen 500 hPa und 850 hPa (ca. 1500 Meter) interessant. Je größer
die Differenz, desto labiler die Atmosphäre. Zieht also ein Gebiet
besonders höhenkalter Luft (Trog) über ein bestimmtes Gebiet hinweg, so
ist dort mit wechselhaftem Schauer- und Gewitterwetter zu rechnen. Bei
Advektion (Heranströmen) von Warmluft hingegen, haben wir es meist mit
Aufgleiten zu tun, d.h. eine Luftmasse muss großflächig gehoben werden.
Dabei kühlt sich die Luft ab, kondensiert und es entstehen
Schichtwolken, die teilweise anhaltenden Regen oder Schnee bringen
können.
Im untenstehenden Beispiel sind zusätzlich
noch die Isobaren am Boden (Linien gleichen Luftdrucks) zu sehen.
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