erklärBär: Günstige Segelflugwetterlagen


Allgemeine Voraussetzungen

Trockene Luft und stabile Wetterbedingungen (Hoch oder Zwischenhoch). Dabei nicht zu stabile Schichtung in der unteren Atmosphäre (damit es Thermik geben kann) und stabile Schichtung in der oberen Atmosphäre (damit es keine Überentwicklungen - also Schauer und Gewitter - gibt).


Voraussetzungen für gute Segelflugbedingungen

  1. Zufuhr kalter, aber recht trockener Luftmassen
  2. hohe Basis (ideal Flachland 2000m, Alpenraum 3000m)
  3. lange nutzbare Thermik (11 bis 18 Uhr oder länger)
  4. gute Steigwerte (2 m/s oder mehr)
  5. keine verbreiteten Überentwicklungen
  6. keine verbreiteten Abschirmungen durch Altocumulus und Cirrostratus
  7. kein zu starker Wind


Zusammenhänge auf der Nordhalbkugel

  • Isobarenantizyklonale Lage: Isobaren/Isohypsen sind nach rechts gekrümmt
  • zyklonale Lage: Isobaren/Isohypsen sind nach links gekrümmt

Definition der Krümmung: Die Krümmung ist immer durch die Strömungsrichtung definiert. Diese ergibt sich aus dem barischen Windgesetz: Der tiefe Luftdruck befindet sich auf der Nordhalbkugel immer links der Isobare/Isohypse (s. Abb.)




Hochdrucklage (günstig im Frühling und Sommer)

  • HochdrucklageSonnenstrahlung löst Thermik aus, Absinkbewegungen in der mittleren und tiefen Atmosphäre lösen die Bewölkung aber allmählich auf -> Blauthermik

Beste Bedingungen an der Ostseite des Hochs, wo zeitweise polare Luft nachgeführt wird
Im Allgemeinen gilt, dass die Bedingungen etwas außerhalb des Hochdruckzentrums besser sind als direkt im Zentrum (Absinken am stärksten), man sollte sich aber noch nicht im zyklonal gekrümmten Bereich der Isohypsen befinden

Im Herbst und Winter oft trüb durch Nebel und Hochnebel


Zwischenhoch (baut sich oft nach Rückseitenwetter auf)

ZwischenhochBei Streckenflügen sollte zuerst der westliche Wendepunkt angeflogen werden, um in den stabileren Bereich ohne Überentwicklungen einzufliegen und um sich nachmittags nicht in ein Gebiet einer neuen Störung bewegen zu müssen

Zwischenhochs haben meist nur gute Bedingungen für ein oder zwei Tage zu bieten



Rückseite (nach Durchzug einer Kaltfront)

RückseiteBei zyklonaler Wetterlage muss am ersten Tag nach Frontdurchgang mit Schauern und Gewittern gerechnet werden

Je geringer die zyklonale Isohypsenkrümmung desto nutzbarer ist das Wetter

Mit Ausbreitungen muss gerechnet werden

Bei stark antizykonaler Krümmung gibt es am ersten Tag nach Frontdurchgang schon ideale Bedingungen


Die Nordlage

NordlagePolare Kaltluft aus Norden fließt ein

Sie kann zum Teil auch als zyklonale Lage genutzt werden, wenn die einfliessende Kaltluft nur geringen Feuchtegehalt aufweist






Die Nordost- und Ostlage

NordostlageVoraussetzungen vergleichbar mit der Nordlage

Bei Nordostlage oft 1/8 bis 2/8 Cumulus

Bei Ostlage oft Blauthermik durch Abtrocknung






Die Südlage

SüdlageThermisch nutzbar, wenn polare Kaltluft über Frankreich und England umgelenkt wird und uns von Süden erreicht

Am Alpenrand oft Welle durch Föhn, dabei aber teilweise gefährliche Rotoren





Westliche Lagen (Südwest, West, Nordwest)

Meist geprägt durch Tiefdruckeinfluss und feuchte Atlantikluft. Daher oft ungeeignet oder allenfalls lokal und zeitlich sehr begrenzt geeignet für den thermischen Segelflug.