Statement zum Klimawandel
Der Mensch nimmt durch seine Lebensweise
Einfluss auf seine Umwelt, indem er mit seinen Ressourcen nicht
nachhaltig umgeht. Jedes Jahr
verbrauchen wir die nachwachsenden Rohstoffe von 1,4 Erden, aber wir
haben nun mal nur eine. Für
unsere derzeitige Form der Lebensgestaltung gibt es somit schlicht zu
viele Menschen auf diesem Planeten.
Ein Teilbereich unserer Umwelt ist
die Atmosphäre und damit das Klima. Für die Veränderung des Klimas gibt es zwei
Gründe: einmal
natürliche Veränderungen, die es immer schon gab und die es auch
jetzt und in Zukunft geben wird, wie beispielsweise die Veränderung der
Sonnenintensität. Zum anderen verändert sich das Klima aber auch durch
den massiven Eintrag von Treibhausgasen durch den Menschen, der knapp
90% seiner Energieversorgung fossil deckt – Energieträger, die endlich
sind.
Um unseren Anteil am derzeitigen Klimawandel zu verringern,
ist der Umstieg zu
erneuerbarer Energie der
meiner Ansicht nach einzig denkbare Weg. Denn nur so kann
zunehmender Energieverbrauch – der derzeit weiter ungebremst
stattfindet – entkoppelt werden von zunehmender Emission der
Treibhausgase. Die besondere Aufmerksamkeit muss der Sonne zukommen,
denn sie liefert uns jedes Jahr knapp 6000 Mal soviel Energie, wie wir
Menschen weltweit verbrauchen. Und wir nutzen sie im weltweiten
Energiemix mit einem Anteil von weniger als 0,5%. Hier liegt der
Fehler! Ein Umstieg bei der Energieversorgung wäre übrigens auch dann
notwendig, wenn es keine Erwärmung durch Treibhausgase gäbe, denn
täglich 13,8
Milliarden Liter einer endlichen Ressource – Öl – zu verbrauchen, kann
keine vernünftige Strategie sein.
Auch die Kernenergie ist keine dauerhafte Lösung, wie
uns die Situation in Japan klar vor
Augen führt. So gerne wir es möchten: Wir haben einfach nicht alle
Risiken im Griff. Außerdem wissen wir weltweit immer noch nicht, wie
wir mit den radioaktiven Abfällen, die sich bei der Kernspaltung
ergeben, sinnvoll umgehen sollen. Und zusätzlich gerät oft in
Vergessenheit, dass die Rohstoffe (z.B. Uran) ebenso endlich sind, wie
die fossilen Energieträger. Kurzum: Nach meiner Auffassung sollten wir
unsere Kräfte in den Umstieg hin zur Erneuerbaren Energie stecken.
Alles andere ist nicht nachhaltig und ein Bärendienst an nachfolgenden
Generationen.
Während unter Wissenschaftlern die Annahme,
dass der Mensch das Klima
durch den Ausstoß von Treibhausgasen verändert in den vergangenen
Jahren immer mehr Zuspruch bekam, steht die Öffentlichkeit dem Thema
Klimawandel zunehmend kritisch gegenüber. Dies ist zum einen der
Emotionalität eines Themas, das uns alle betrifft, geschuldet und zum
anderen der nicht immer ausreichenden
Kommunikation der fachlichen Inhalte an die Bevölkerung.
Wir sollten
aufhören, uns ständig die Klimakatastrophe einzureden.
So löst man keine Aufbruchstimmung in ein neues Zeitalter aus,
allenfalls ist Resignation oder Ungläubigkeit die Folge. Viel
hilfreicher ist es, sich die vielen – auch wirtschaftlichen – Chancen
beim Kampf gegen die von uns mitverursachte Klimaänderung vor Augen zu
führen. Ebenso
sollten wir die Schwarzweißmalerei beenden.
Weder ist der Mensch am gesamten Klimawandel Schuld noch ist er
gänzlich unschuldig
daran.
Außerdem ist es
vertrauensbildend und notwendig, die vielen Unsicherheiten offen
anzusprechen, die uns bleiben:
Viele der komplexen Zusammenhänge im Erdsystem haben wir derzeit nur
unzureichend begriffen. Eine Computermodellierung der Zukunft ist
zwar prinzipiell möglich, sie enthält aber eine riesige
Spannbreite von Unsicherheiten. Gleichzeitig muss durch mehr
"Klimabildung" in der Bevölkerung aber klar werden, dass wir das
Prinzip
unseres Wirkens verstanden haben und zudem müssen alte, längst
widerlegte Argumente aus der Diskussion genommen werden. So zum
Beispiel,
dass 0,038% CO2 eine viel zu geringe Konzentration sei, um einen
solchen Klimawandel zu verursachen. Das kann sie sehr wohl, so wie auch
eine Konzentration von 0,000000025% FCKW in der Atmosphäre ein ziemlich
riesiges „Loch“ in die Ozondecke gerissen hat.
An
dieser Stelle noch eine Anmerkung zum Thema Wachstum, denn oft wird mir
diese Frage gestellt: "Wozu brauchen wir immer Wachstum?" Die
Antwort ist einfach: Unser jetziges Wirtschaftssystem funktioniert
nicht ohne! Wenn wir auf Wachstum verzichten wollen, brauchen wir ein
weltweit neues System. Erfindet jemand eines, das funktioniert, so bin
ich sofort dabei. Aber es ist auch
die Frage, was Wachstum bedeutet. Sicherlich nicht "größer, schneller,
mehr".
Stellen Sie sich vor, die Welt beginnt wirklich in globalem Maßstab die
Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzurüsten – was für ein
großes technologisches und wirtschaftliches Wachstum steht dahinter!
Ein Wachstum, das ich nur begrüßen kann!
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